Stille Post
Flüster-Post
Das Spiel
Stille Post, auch Flüsterpost genannt, ist ein Spiel, das seit Jahrzehnten ein Partyklassiker ist und sich auch für Kinder sehr gut eignet. Es ist unkompliziert durchzuführen und benötigt weder Vorbereitungen noch bestimmte Gegenstände. Einzige Voraus-setzung ist, dass eine ausreichende Anzahl an Teilnehmern vorhanden ist. Fünf Mitspieler sollten es schon sein. Je mehr Teilnehmer an der Stillen Post beteiligt sind, desto mehr Spaß macht sie und desto lustiger können die Ergebnisse ausfallen.
Spielablauf
Am besten setzen sich die Mitspieler für die Stille Post im Kreis so hin, dass sie ihrem Nebenmann bequem ins Ohr flüstern können. Ein Spieler denkt sich einen Begriff oder Satz aus und flüstert diesen seinem Nachbarn ins Ohr. Ein einmaliges Nachfragen, wenn man überhaupt nichts verstanden hat, kann zugelassen werden.
Der Nachbar gibt wiederum an seinen Nachbarn weiter, was er verstanden hat, und so geht es einmal im Kreis herum. Zum Schluss sagt der letzte Spieler in der Runde laut, was er verstanden zu haben glaubt. Anschließend nennt der erste Spieler seinen ursprünglichen Begriff oder Satz.
Der Reiz liegt darin, dass die Mitspieler mitunter ein sehr unterschiedliches Artikulations- und Hörvermögen besitzen. Durch die Möglichkeiten der menschlichen Sprache sind die Interpretations-möglichkeiten stets begrenzt, und manchmal helfen logische Schlüsse bei der Interpretation des Gehörten.
Verblüffender weise weicht das Ergebnis der Stillen Post häufig doch sehr stark vom Ursprung ab. Noch lustiger kann es werden, wenn alle Spieler wiederholen, was sie jeweils verstanden haben, denn die Zwischenstationen sind können auch sehr amüsant sein. In Einzelfällen kommt es sogar vor, dass die Botschaft auf ihrem Weg durch die Stille Post zunächst verfälscht, im weiteren Verlauf aber wieder in ihren ursprünglichen Wortlaut zurück-verwandelt wird.
Variationen
Schreiben und Malen
Stille Post kann auch geräuschlos gespielt werden. In diesem Fall wechseln sich zwei Formen der Weitergabe einer Botschaft ab:
Das Niederschreiben eines Satzes und das Malen eines Bildes. Das setzt voraus, dass die Kinder schon etwas älter sind und lesen
und schreiben können. Benötigt werden Stifte und Papier.
Bei dieser Variante ist es eher unwahrscheinlich, dass die Ursprungsbotschaft erhalten bleibt, denn das Malen und Erkennen des
Bildes erfordert ein hohes Abstraktionsvermögen.
Auf den Rücken malen
Der Tastsinn wird gefordert, wenn ein Mitspieler mit den Fingern seinem Nachbarn ein Bild auf den Rücken malt, das dieser wiederum
seinem Nachbarn auf den Rücken malen soll. Interessanterweise ist es hier im Prinzip möglich, das Gemälde zu reproduzieren, ohne ganz
genau erkannt zu haben, worum es sich handeln soll.
Pantomime
Ähnlich funktioniert eine Variante, in der ein Teilnehmer dem nächsten pantomimisch etwas vorführt. Immer nur ein Teilnehmer
darf der Pantomime zuschauen und muss sie danach möglichst gut imitieren.
Geschichte erzählen
Variante 4 - Geschichte erzählen
Eine weitere pädagogisch wertvolle Variante hat eine kleine Geschichte als Botschaft. Diese wird jeweils einem Spieler erzählt,
der zuvor noch nicht anwesend war. Anschließend muss er sie einem weiteren Spieler erzählen. Dabei wird die Aufmerksamkeit und die
Merkfähigkeit auf die Probe gestellt. Interessant ist zu beobachten, inwieweit die Spieler auch Details noch korrekt weitergeben können.
Aus diesem Spiel können die Teilnehmer wertvolle Erkenntnisse über die Entstehung von Gerüchten mitnehmen.
